Dienstag, 9. Juli 2019



Kriegsverbrechen der ‚Einheitsregierung‘

Libyen/Garyan. Vierzig verwundete LNA-Soldaten wurden von Milizen der ‚Einheitsregierung‘ im Krankenhaus von Garyan hingerichtet. Und die ‚internationale Gemeinschaft‘ schweigt.


Bereits am 1. Juli berichteten libysche Nachrichtensender darüber, dass nach der Eroberung von Garyan durch Milizen der ‚Einheitsregierung‘ verwundete Soldaten der Libyschen Nationalarmee (LNA) und des Central Security Apparatus (CSA) im Krankenhaus von Garyan hingerichtet worden waren. Diese Berichte wurden nun durch forensische Untersuchungen des Libyschen Zentrums für gerichtliche Gutachten (CJE) bestätigt. Die Opfer seien durch Kopfschüsse oder durch Schüsse aus nächster Nähe getötet worden. Einige Leichen wiesen auch Verwundungen auf, die darauf schließen ließen, dass die Soldaten durch Überfahren getötet worden waren.
Vierzig Leichname wurden zunächst vom Roten Halbmond vom Garyan University Hospital in die Stadt Zinten gebracht und von dort zu ihren Familien überführt. Der Rote Halbmond veröffentlichte Bilder der Opfer auf seiner offiziellen Facebook-Seite, die deutlich zeigen, dass die Opfer Schussverletzungen am Kopf erlitten hatten. Auf den Fotos waren Wunden erkennbar, die auf Folter, die Zufügung von Schnittwunden und Gesichtsverstümmelungen schließen ließen.
Eine Opferfamilie beschuldigte den Kommandanten der ‚Einheitsregierung‘, Generalmajor Usama Dschuwaili, für das Massaker verantwortlich zu sein. Die LNA macht die ‚Einheitsregierung‘ und die Türkei für das Kriegsverbrechen verantwortlich. Das libysche Parlament warf der Türkei eine Mitschuld vor, da sie den Milizen der ‚Einheitsregierung‘ bei der Eroberung von Garyan mittels bereitgestellter Drohnen geholfen habe.
Die ‚Einheitsregierung‘ leugnet bisher, dass ihre Milizen in Garyan Kriegsgegner hingerichtet und verstümmelt haben. Dem stehen allerdings die Berichte von Überlebenden, Fotos, Videomaterial und forensische Gutachten gegenüber.
Auch die Libysche Organisation für Menschenrechte (LOHR) bestätigte in einer Erklärung, dass die Streitkräfte von Usama al-Dschuwaili alle Verwundeten hingerichtet hatten, die im Garyan Central Hospital zur Behandlung waren. LOHR: „Die Organisation betrachtet dies als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, als eine offensichtliche Verletzung der Genfer Konvention von 1949 zum Schutz von Zivilisten und Personen, die sich nicht aktiv an Feindseligkeiten beteiligen, einschließlich Angehöriger der Streitkräfte, die ihre Waffen niedergelegt haben und diejenigen, die unter einer Krankheit leiden. Diese Straftat ist eine grobe Verletzung der Lehren aller Religionen, insbesondere unserer Religion, des Islam.“ Es seien auch LNA-Soldaten misshandelt und getötet worden, die außerhalb des Krankenhauses in Gefangenschaft geraten waren.
Gegen Usama Dschuwaili wurden schon öfters schwere Vorwürfe erhoben. Seine Milizen sollen sich durch besondere Grausamkeiten in Wirshafana, Mizda und al-Schigiga hervorgetan haben. Auch in seiner Zeit als Stabschef während der el-Keib-Regierung soll es in Bani Walid zu Gräueltaten gekommen sein.
LOHR forderte die UN-Sondermission für Libyen und „die Länder, die den bewaffneten Konflikt in Libyen schüren“ auf, die Verantwortung für die im Krankenhaus von Garyan begangenen Verbrechen zu übernehmen. Auch die Zivilbevölkerung müsse vor Repressalien durch die Milizen der ‚Einheitsregierung‘ geschützt werden.
Seit Filmmaterial von dem Gemetzel im Garyan-Krankenhaus auf einer Site der dschihadistischen Benghazi Revolutionary Shura Council (BRSC) veröffentlicht wurde, der sich mit seiner Racheaktion brüstet, wird die Forderung immer lauter, die Art der Zusammenarbeit zwischen radikal-islamistischen Kräften wie der BRSC mit der ‚Einheitsregierung‘ und ihren türkischen und katarischen Unterstützern aufzudecken.
Auch der Generalstaatsanwalt und die Militärgerichtsbarkeit forderten die Aufnahme von Ermittlungen der Vorfälle in Garyan.
Amarsad schreibt: „Es gibt keine offizielle Empörung von Federica Mogherini, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik.“ Auch von Ghassan Salamé, den UN-Beauftragten für Libyen, war noch keine Verurteilung des Kriegsverbrechens zu hören, ebenso wie der deutsche Botschafter in Libyen, Oliver Owcza, jede Bezugnahme auf die Kriegsverbrechen mied. Erklärungen fehlen auch von internationalen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch.
Ein weiteres Kriegsverbrechen der ‚Einheitsregierung‘, das von den westlichen Medien totgeschwiegen wird, so wie dies schon bei dem Brak-al-Schatti-Massaker im Jahre 2017 der Fall war, bei dem über 130 Menschen von Milizen der ‚Einheitsregierung‘ brutal ermordet wurden.
Das libysche Parlament hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

https://almarsad.co/en/2019/07/01/war-crimes-in-Garyan-forensics-confirm-executions-by-gna-militias-at-Garyan-hospital/?fbclid=IwAR37XgOBZ_rUgxyu4dMPK1H3r7MtZm8_HZZVCsGJqks8uaXySQw6-F09Eis
https://almarsad.co/en/2019/07/02/libyan-organization-for-human-rights-condemns-summary-executions-at-Garyan-hospital/

Montag, 8. Juli 2019



Luftangriff auf Migrantenlager

Libyen/Tadschoura. Viele Tote und Verletzte. 


Laut Reuters wurde am späten Dienstagabend bei einem Luftangriff in der Nähe von Tadschoura (südlich von Tripolis) ein Internierungslager für Migranten getroffen, das unter der Kontrolle der ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis steht. Bisher wurden 40 Tote und über 80 Verwundete gezählt. Die Zahl könnte noch ansteigen. Die Rettungsdienste sind im Einsatz.
Die Mehrheit der Opfer sind afrikanische Migranten, die ohne Papiere aufgegriffen und in das Lager gebracht worden waren.
Die ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis warf der Libyschen Nationalarmee (LNA) unter Feldmarschall Haftar vor, vor die Tat verantwortlich zu sein. Dies bestreitet die LNA und behauptet ihrerseits, das Migrantenlager sei von Milizen der ‚Einheitsregierung‘ bombardiert worden, um dies der LNA in die Schuhe schieben zu können. Die öffentliche Meinung solle so getäuscht und gegen die LNA aufgebracht werden.
Bereits im Mai letzten Jahres hatte ein UNHCR-Sprecher erklärt: „Es ist unakzeptabel, dass Haftanstalten in Tripolis als Lager für Waffen und militärische Ausrüstung genutzt werden. Dies macht sie zu Angriffszielen und gefährdet Menschenleben. Diese Verletzung des Völkerrechts muss aufhören.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich mehr als 3.800 Migranten in Tripolis in Haftanstalten, die sich in der Nähe von Kampfgebieten befinden. Die Migrantenlager von Tripolis stehen alle unter der Verwaltung der ‚Einheitsregierung‘ von Sarradsch und seinen Milizen.

https://thelibyanreport.com/air-strike-hits-migrant-detention-facility-in-libyas-tripoli-kills-40-wounds-80-report/
https://www.addresslibya.com/en/archives/47887

Dienstag, 2. Juli 2019



LIBYEN-KURZMELDUNGEN


Die Kurzmeldungen zu Libyen sind der Website www.welt-im-blick.de entnommen und laufen dort unter der Rubrik "Kurz und knapp in zwei Sätzen".
Der Libyen-Krieg stellte den Beginn einer neokolonialen Offensive des Westens gegen Afrika dar. Ihm vorangegangen war 2011 bereits der französische Kampfeinsatz gegen die Elfenbeinküste. Nun ist Syrien das nächste Opfer. Deswegen werden wir auch über diese Konflikte und die westliche Destabilisierungspolitik in Afrika berichten.
Nun wird gegen Venezuela in der gleichen Strategie verfahren wie einst 2011 gegen Libyen.
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Libyen: Türkische Truppen unterstützen Islamisten und Haftar droht Ankara
2.7.2019. Man werde alle türkischen Flugzeuge und Schiffe als feindliche Ziele betrachten und das Feuer auf sie eröffnen, wenn sie in libysches Territorium eindringen, ließ die Libysche Nationalarmee (LNA) von General Khalifa al-Haftar erklären, dessen Truppe ungefähr 80% des Staatsgebietes kontrolliert. Grund für diese Drohungen ist die Tatsache, daß die türkische Armee u.a. mit Drohnen auf Seiten der von islamistischen Milizen abhängigen „Einheitsregierung“ in die Kämpfe eingreift und die Rückeroberung der strategisch wichtigen Kleinstadt Gharyan durch die Milizen dieser Marionettenregierung aktiv unterstützte.




Trotz Hitze und Behinderungen: Ramstein-Demo war voller Erfolg
2.7.2019. Obwohl am Wochenende weit über 30 Grad Celcius waren und die Behörden sich Mühe gaben, die Friedensdemo gegen den US-Stützpunkt Ramstein mit Formalien und verschärften Auflagen zu stören (so verkleinerte man den Platz, auf dem sich die Demonstranten versammeln konnten), war die Aktion mit 5.000 Teilnehmern ein voller Erfolg und zeigt den stetigen Zwachs über die letzten fünf Jahre. Einer der Hauptredner war der Gründer der Linkspartei, Oskar Lafontaine, der u.a. erklärte: „Solange die USA von deutschem Boden aus in aller Welt Kriege führen, sind wir kein souveränes Land.“



Libysche Nationalarmee droht der Türkei

Libyen. Die LNA schließt den Luftraum für türkische Flugzeuge und droht, türkische Schiffe, die in die libyschen Hoheitsgewässer eindringen, anzugreifen.


Nach dem massiven Eingreifen der Türkei in das Kampfgeschehen um Tripolis zwischen der Libyschen Nationalarmee (LNA) und den Milizen der ‚Einheitsregierung‘ gab das Generalkommando der LNA durch ihren Sprecher al-Mesmari auf einer Pressekonferenz folgende Erklärung ab, die heute auf TheLibyanAddressJournal veröffentlicht wurde:

„Während die Libysche Nationalarmee den Terrorismus auf libyschem Territorium bekämpft, hat ihm die Türkei jahrelang logistische Unterstützung gewährt, die jetzt in eine direkte türkische Intervention umgeschlagen ist. Um den Terrorismus in Libyen zu unterstützen, setzt die Türkei Kampfflugzeuge ein, übernimmt den Transport von Söldnern und schickt Schiffladungen voller Waffen, Munition und gepanzerter Fahrzeuge.
Aus diesem Grund hat das Generalkommando der Libyschen Nationalarmee die Luftwaffe angewiesen, türkische Schiffe und Boote, die in die Hoheitsgewässer Libyens einlaufen, anzugreifen. Als Reaktion auf diese terroristische Aggression muss die Übergangsregierung alle in Libyen tätigen türkischen Unternehmen ausweisen und deren Aktivitäten im Rahmen von Projekten auf libyschem Gebiet unterbinden. Türkische Unternehmen und Produkte müssen boykottiert und Zivilflüge zu libyschen Flughäfen aus und in die Türkei eingestellt werden.“[1]
Der Sprecher der militärischen Einsatzzentrale der LNA in Tripolis, Khaled al-Mahdschub, sagte, dass es in Tripolis eine Einsatzzentrale des türkischen Militärs gebe, die die Führung der mit der ‚Einheitsregierung‘ von Sarradsch verbündeten islamistischen Gruppen übernommen habe. In der Einsatzzentrale seien mehrere ranghohe türkische Militärs tätig. Diese Offiziere hätten die Befehlsgewalt über die Milizen, die sich mit Sarradsch während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Süden von Tripolis verbündet hatten. Die Einsatzzentrale sei mittlerweile vom al-Mahari Hotel in Tripolis zum Mitiga Flughafen verlegt worden. Dies stelle ein Kriegsverbrechen dar, da der zivil genutzte Mitiga Flughafen für militärische Zwecke missbraucht werde. Die Nutzung ziviler Einrichtung für militärische Zwecke stehe unter Strafe. (Der internationale Flughafen von Tripolis wurde 2014 von Misrata-Milizen zerstört. Seither dient der Mitiga Flughafen als der zivile Flughafen von Tripolis.)

Es würden auch türkische Drohnen eingesetzt, um Luftangriffe von Kampfflugzeugen vorzubereiten, die von dem sogenannten Air College auf dem Luftwaffenstützpunkt von Misrata aus starten. Nachdem sich libysche Luftwaffenoffiziere geweigert hatten, unter dem Kommando islamistischer Misrata- und Tripolis-Milizen zu fliegen, seien Söldner eingesetzt worden.
Noch am Freitag hatte die LNA bekannt gegeben, dass ihre Luftabwehr eine Drohne in der Nähe von Tripolis abgeschossen habe. Die Drohne sei in der Türkei hergestellt worden. Türkische Drohnen seien auch in der jüngsten Militäroperation der Tripolis-‚Einheitsregierung‘ eingesetzt worden seien, um die strategisch wichtige Stadt Gharyan von der LNA zurückzuerobern.
Neuste Meldungen besagen, dass die LNA einen Angriff der Milizen der ‚Einheitsregierung‘ auf ihre Stellungen südlich von Tripolis in Asbiah zurückgeschlagen hat. Die LNA scheint an allen Fronten im Süden von Tripolis Angriffe gegen die Milizen der ‚Einheitsregierung‘ gestartet zu haben. In Gharyan flog die LNA eine Reihe von Luftangriffen auf Stellungen der feindlichen Milizen.
Der Stadtrat von Bengasi hat unterdessen Menschenrechtsverletzungen der Milizen der ‚Einheitsregierung‘ nach ihrem Einmarsch in Gharyan scharf verurteilt. Verwundete LNA-Gefangene, die im Krankenhaus von Gharyan behandelt wurden, seien durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden. Laut eines vom Gerichtsarzt und der Staatsanwalt in Zinten bestätigten Berichts, wiesen die meisten Leichen, die der Roten Halbmond übergeben hatte, entsprechende Schussverletzungen auf. Weitere seien vorsätzlich im Gesicht verstümmelt worden, während die Verletzungen anderer darauf hinwiesen, dass sie von Autos überfahren wurden.

[1] https://www.addresslibya.com/en/archives/47686

Konflikt zwischen LNA - Türkei spitzt sich zu

Libyen. Neben der Türkei ist auch Katar in die Kämpfe um Tripolis verstrickt. Das Parlament ruft Ausnahmezustand aus. Kämpfe halten an.


Das türkische Außenministerium reagierte am Sonntag auf die Festsetzung von sechs türkische Staatsbürger durch die LNA mit der Drohung, „die illegalen Milizenstreitkräfte“ von Feldmarschall Khalifa Haftar würden als „legitime Ziele“ betrachtet werden, sollten die sechs Personen nicht freigelassen werden. Auf die Ankündigung der LNA, türkische Schiffe anzugreifen, die in libysche Hoheitsgewässer eindringen, drohte die Türkei mit heftigen Konsequenzen, ebenso wie bei dem Versuch, türkische Interessen in Libyen zu unterbinden.
Der Parlamentssprecher in Tobruk, Aguila Saleh, rief den Ausnahmezustand aus, um sich der türkischen Aggression entgegenzustellen. Der Parlamentspräsident verkündete die Mobilmachung der libyschen Streitkräfte.
Der Sprecher der LNA, General Ahmed al-Mismari, erklärte, die Maßnahmen gegen die Türkei seien ergriffen worden, da sich die Türkei zu einem der Hauptaktivisten im Kampf um Tripolis aufgeschwungen habe, indem sie der ‚Einheitsregierung‘ volle militärische Unterstützung zukommen ließe. Er legte Beweise vor, dass nicht nur die Türkei, sondern auch Katar die Tripolis-Milizen unterstützen. Dies werde nicht toleriert.
Die Verstrickungen Katars in den Krieg in Libyen dauern seit 2011 an. Damals schon hatte Katar erklärt, hunderte von Kämpfern zur Unterstützung der sogenannten ‚Rebellen‘ zum Sturz Gaddafis entsandt zu haben. Auch katarische Spezialeinheiten wurden damals in Libyen gesichtet.
Der türkische Präsident Erdogan hat seine militärische Unterstützung der Einheitsregierung bestätigt. Allerdings unterstützt Erdogan die ‚Einheitsregierung‘ nicht nur militärisch, sondern auch – und das zum eigenen finanziellen Vorteil – auch finanziell. Dies geschieht aufgrund von illegalen Ölgeschäften in Misrata (Offshore-Öl). Die Türkei kauft in Misrata Öl zu einem erheblichen niedrigen Preis als dies über die Libyan National Oil Company (NOC) offiziell möglich wäre. Die wirtschaftlich angeschlagene Türkei ist auf das illegale, aber billige Misrata-Öl angewiesen, gerade jetzt, wo es der Türkei nicht mehr möglich ist, aufgrund des verschärften Handelsembargos der USA das Öl aus dem Iran zu beziehen.
Während das ostlibysche Parlament und die ‚Übergangsregierung‘ mit der LNA die großen Ölfelder El Sharara und El Feel kontrollieren, gehen die Erlöse aus dem Erdöl an NOC in Tripolis und somit an die libysche Zentralbank. Diese verteilt zwar Gelder sowohl an Ost- wie Westlibyen, allerdings ist belegt, dass Zahlungen in bedeutender Höhe auch an dschihadistische, auch al-Kaida nahe Milizen gehen, die gegen die LNA kämpfen.
Inzwischen forderten die Behörden in von der LNA kontrollierten Gebieten (das sind etwa 80 Prozent des libyschen Staatsgebiets) alle türkischen Staatsangehörigen auf, Libyen zu verlassen.
Der Mitiga-Flughafen (Tripolis) hat seinen Betrieb eingestellt. Von diesem zivil genutzten Flughafen starteten türkische Drohnen, die Luftangriffe der Milizen der ‚Einheitsregierung‘ vorbereiteten.
Gestern flog die LNA massive Luftangriffe auf Stellungen der Milizen der ‚Einheitsregierung‘ in Gharyan und in Gebieten um Tripolis. Während die LNA hauptsächlich mit Maschinen und Piloten aus der Gaddafi-Zeit ihre Einsätze fliegt, muss die ‚Einheitsregierung‘ mangels eigener Piloten auf Söldner zurückgreifen. Erst vor kurzem wurde eine Mirage der ‚Einheitsregierung‘ abgeschossen, deren Pilot als Borys Reyes identifiziert werden konnte. Reyes ist Ecuadorianer.
Die Einsatzzentrale der LNA in Sabrata, hat eine Ausgangssperre von Mitternacht bis 4 Uhr morgens über die Stadt verhängt.

https://www.addresslibya.com/en/archives/47750
https://theduran.com/libyas-civil-war-the-new-crisis/
https://www.voanews.com/middle-east/turkey-libya-holds-6-nationals-will-respond-attack
https://www.theguardian.com/world/2011/oct/26/qatar-troops-libya-rebels-support


Montag, 1. Juli 2019



LIBYEN-KURZMELDUNGEN


Die Kurzmeldungen zu Libyen sind der Website www.welt-im-blick.de entnommen und laufen dort unter der Rubrik "Kurz und knapp in zwei Sätzen".
Der Libyen-Krieg stellte den Beginn einer neokolonialen Offensive des Westens gegen Afrika dar. Ihm vorangegangen war 2011 bereits der französische Kampfeinsatz gegen die Elfenbeinküste. Nun ist Syrien das nächste Opfer. Deswegen werden wir auch über diese Konflikte und die westliche Destabilisierungspolitik in Afrika berichten.
Nun wird gegen Venezuela in der gleichen Strategie verfahren wie einst 2011 gegen Libyen.
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Venezuela: Weiterer Putschversuch verhindert – Ex-General Baduel erscheint wieder auf der Bildfläche
1.7.2019. Die Regierung Venezuelas und der Geheimdienst Sebin haben einen weiteren Versuch oppositoneller Militärs aufgedeckt, die Regierung zu stürzen, wobei auch der demokratisch gewählte Präsident Nicolas Maduro ermordet werden sollte und der selbsternannte, von den USA unterstützte „Übergangspräsident“ Juan Guaido „abgesetzt“ werden sollte, da er als erfolglos und „verbrannt“ gilt. Schlüsselfigur des Putschversuches ist der frühere General Raul Baduel, der 2002 mit seinen Fallschirmjägern den entführten und gestürzten Hugo Chavez befreite, dann zum Verteidigungsminister aufstieg, sich aber später der Opposition anschloß und schon einmal einen Umsturz wagte, wofür er ins Gefängnis ging, aber später auf Bewährung frei kam.




Malaysia kritisiert westliche Vertuschungsabsichten bei MH-17-Abschuß
24.6.2019. Der malaysische Premierminister Mahathir Mohammad, der das Land seit 1981 über 20 Jahre lang regierte, als „Vater des modernen Malaysias“ gilt und 2018 für die Opposition im stolzen Alter von 92 Jahren erneut ins Amt gewählt wurde, hat die amerikanischen Haftbefehle für die mutmaßlichen Täter (drei Russen, ein Ukrainer), welche für den Abschuß des malaysischen Passagierflugzeuges MH-17 über der Ukraine verantwortlich seien sollen, als „lächerlich“ kritisiert. Der Westen habe von Anfang versucht, die Untersuchungsergebnisse zu vertuschen, sich die Black Box des Flugzeuges unter dem Nagel gerissen und nicht an Malaysia ausgeliefert und sowie die Malysier bei den Untersuchungen behindert, was den Regierungschef zu der logischen Vermutung brachte, daß es nur darum gehe, Rußland den Abschuß anzuhängen, wofür er aber konkrete Beweise forderte und kein Geschwätz.




Libyen: Staatsoberhaupt Saleh fordert sofortige Wahlen ohne ausländische Einmischung und Verzögerung
24.6.2019. Agilah Saleh, Präsident des libyschen Parlaments in Tobruk und damit nominelles Staatsoberhaupt der sogenannten „Tobruk-Regierung“ (die im Gegensatz zur konkurrierenden „Einheitsregierung“ von Tripolis noch über eine demokratische Restlegitimität verfügt) hat erklärt, daß 85% der Libyer demokratische Wahlen wünschen und daher eine Verzögerung durch die internationale Gemeinschaft und den UN-Sondergesandten Ghassan Salamé, welche die korrupte und machtlose „Einheitsregierung“ stützen, nicht länger hinnehmbar sind. Das Parlament in Tobruk werde Wahlen abhalten, so Saleh, dessen Streitkräfte unter dem Kommando von General Khalifa al-Haftar den Großteil des Landes kontrollieren.




Gefangener Pilot ist US-Amerikaner

Libyen. Der wochenlang in Gefangenschaft gehaltene Söldner wurde jetzt von der LNA an Saudi Arabien übergeben. 


Wie berichtet, sollte es sich bei dem durch einen Abschuss seines Kampfflugzeugs am 7. April 2019 gefangengenommenen Piloten nach dessen eigenen Aussagen um eine Portugiesen gehandelt haben.[1] Der von Misrata aus gestartet Kampfjet war von der Libysche Nationalarmee (LNA) abgeschossen worden.
Nun stellte sich heraus: Der gefangene Pilot hatte falsche Angaben gemacht. Tatsächlich besitzt er die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. Wie die Washington Post enthüllte, handelt es sich bei dem Söldner, der für die ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis kämpfte, um einen 31-jährigen US-amerikanischen Staatsbürger namens Jamie Sponaugle. Er wurde 2016 aus der US-Armee als untauglich entlassen, heuerte in Saudi Arabien bei Prinz Mohammed bin Salman, bis ihn auch dieser wegen seiner Wutanfälle entließ.
Während seiner Verhöre durch die LNA gab Sponaugle zu, dass er von einem ‚Alhadi‘ in Misrata angeheuert worden war. Es handelt sich dabei um Alhadi Ali Maklouf, der als Planungsleiter für die Mirage-F1 und als Kommandant für technische Angelegenheiten an der Misrata Air Force Akademy tätig und auch für die Rekrutierung von Söldnerpiloten zuständig war. Am Luftwaffenstützpunkt in Misrata befindet sich das sogenannte Air College, das unter dem Kommando des Premierministers der ‚Einheitsregierung‘, Fayez as-Sarradsch steht.
Es existiert ein Vertrag, den Alhadi mit einer Gruppe von Ingenieuren aus Ecuador als Vertreter des Air College unterzeichnete. Die Ingenieure aus Ecuador waren von dem Unternehmen Gateway to MENA for Logistics Services vermittelt worden, das ihrerseits mit der ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis zusammenarbeitete. Bereits am 2. Juni 2016 wurde diese Zusammenarbeit aufgedeckt, nachdem bei einem Luftangriff auf den IS in Sirte ein portugiesischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland, ums Leben gekommen war. Die Piloten hatten monatlich bis zu 20.000 Euro verdient.
Es heißt, Spongaugle sei jetzt an Saudi Arabien übergeben worden.
[1] https://www.freitag.de/autoren/gela/gefangener-pilot-ist-portugiesischer-soeldner
https://www.libyaherald.com/2019/06/26/lna-captured-portuguese-mercenary-pilot-turns-out-to-be-us-citizen-freed-to-saudis/